Glossar

Begriffe der Unternehmensbewertung

Die zentralen Größen hinter einer indikativen Bewertung, jeweils in wenigen Sätzen erklärt und auf öffentlich zugängliche Quellen gestützt.

Asset Deal

Beim Asset Deal kauft der Käufer einzelne Vermögensgegenstände und Verträge der Gesellschaft, nicht die Anteile.

Bereinigtes EBITDA

Bereinigtes EBITDA ist das ausgewiesene EBITDA, um einmalige und nicht zur normalen Geschäftslage zählende Aufwendungen und Erträge bereinigt.

Bewertungsbandbreite

Die Bewertungsbandbreite ist die indikative Spanne aus niedrigem, mittlerem und hohem Unternehmenswert für ein Sub-Segment und eine Größenklasse.

Bewertungsstichtag

Der Bewertungsstichtag ist das Datum, auf das sich die ausgewiesenen Werte beziehen und an dem Bilanzposten, Nettoverschuldung und Nettoumlaufvermögen abgegrenzt werden.

Due Diligence

Due Diligence ist die strukturierte Prüfung eines Unternehmens durch einen potenziellen Käufer vor Vertragsschluss.

Earnout

Ein Earnout ist ein variabler Anteil des Kaufpreises, der nachträglich an das Erreichen vereinbarter Kennzahlen (typischerweise EBITDA oder Umsatz) gekoppelt ist.

EBITDA

EBITDA ist der operative Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und damit das zentrale Maß für die Ertragskraft, auf das Bewertungsmultiplikatoren angewendet werden.

EBITDA-Marge

Die EBITDA-Marge ist das Verhältnis von EBITDA zu Umsatz und misst die operative Profitabilität in Prozent.

EBITDA-Multiplikator

Ein EBITDA-Multiplikator ist der Faktor, mit dem das EBITDA eines Unternehmens multipliziert wird, um einen indikativen Unternehmenswert zu bestimmen. Bei einem Multiplikator von 6 und einem EBITDA von 2 Mio. Euro ergibt sich ein Unternehmenswert von 12 Mio. Euro.

Eigenkapitalwert

Der Eigenkapitalwert ist der Betrag, den ein Verkäufer für seine Anteile erhält, abgeleitet als Unternehmenswert abzüglich Nettoverschuldung.

IFRS vs HGB

IFRS und HGB sind unterschiedliche Rechnungslegungsstandards: IFRS ist international und marktwertnäher, HGB ist nationales deutsches Handelsrecht mit Vorsichtsprinzip und Gläubigerschutz.

Inhaberabhängigkeit

Inhaberabhängigkeit beschreibt, wie stark Umsatz, Kundenbeziehungen und Führung an der Person des Inhabers hängen.

Letter of Intent

Ein Letter of Intent ist eine Absichtserklärung des Käufers mit indikativer Preisspanne und den wesentlichen Eckpunkten der geplanten Transaktion.

Mehrheitsbeteiligung

Eine Mehrheitsbeteiligung bezeichnet einen Anteilsbesitz von mehr als 50 Prozent, der dem Erwerber die operative und strategische Kontrolle über das Unternehmen verschafft.

Mid-Market

Mid-Market bezeichnet das Segment von Transaktionen mittelgroßer Unternehmen. Im DACH-Raum liegen die Unternehmenswerte typischerweise zwischen 5 und 250 Mio. Euro.

Mittelstand

Mittelstand bezeichnet im DACH-Raum überwiegend eigentümergeführte, oft familiengeprägte Unternehmen. Maßgeblich ist nicht allein die Größe, sondern Eigentum und Führung.

Multiplikator

Ein Multiplikator ist der Faktor, mit dem eine Ertragsgröße, typischerweise das EBITDA oder der Umsatz, in den Unternehmenswert überführt wird.

Multiplikator-Verfahren

Das Multiplikator-Verfahren leitet den Unternehmenswert ab, indem eine Ertragsgröße, typischerweise das EBITDA, mit einem beobachteten Faktor multipliziert wird.

Nachfolge

Nachfolge bezeichnet die Übergabe der Unternehmensführung und des Eigentums an die nächste Generation, an Mitarbeiter (MBO) oder an einen externen Käufer.

Nettoumlaufvermögen

Nettoumlaufvermögen, im Transaktionsgeschäft meist Working Capital genannt, ist das im operativen Geschäft gebundene Kapital aus Vorräten und Forderungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Nettoverschuldung

Nettoverschuldung ist die Differenz zwischen verzinslichem Fremdkapital und liquiden Mitteln und ist der zentrale Posten in der Brücke vom Unternehmenswert zum Eigenkapitalwert.

Normalisierung

Normalisierung ist das Bereinigen der GuV-Posten um einmalige oder nicht zur normalen Geschäftslage zählende Aufwendungen und Erträge.

Pensionsrückstellung

Pensionsrückstellungen sind bilanzielle Verpflichtungen für zugesagte betriebliche Altersversorgung an aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie Geschäftsführer.

Share Deal

Beim Share Deal kauft der Käufer die Anteile an der Gesellschaft selbst, nicht die einzelnen Vermögensgegenstände.

Unternehmenswert

Der Unternehmenswert (Enterprise Value, EV) bewertet das operative Geschäft unabhängig von dessen Finanzierung und ist die Größe, auf die sich die Multiplikatoren beziehen.

Wiederkehrender Umsatz

Wiederkehrender Umsatz ist Umsatz, der sich über mehrere Perioden vertraglich oder aus der Struktur des Geschäfts heraus wiederholt.