EBITDA-Multiplikator
Ein EBITDA-Multiplikator ist der Faktor, mit dem das EBITDA eines Unternehmens multipliziert wird, um einen indikativen Unternehmenswert zu bestimmen. Bei einem Multiplikator von 6 und einem EBITDA von 2 Mio. Euro ergibt sich ein Unternehmenswert von 12 Mio. Euro.
Der EBITDA-Multiplikator ist in diesem Verfahren der führende Ansatz; der Umsatz-Multiplikator dient allein als Gegenprobe. Angewendet auf das EBITDA ergibt der Multiplikator den Unternehmenswert vor Finanzierung. Von dort führt eine Brücke über die Nettoverschuldung, Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel, zum Eigenkapitalwert, also zu dem Wert, den der Inhaber für seine Anteile erhält.
Was den Multiplikator bewegt. Den Ausgangspunkt bildet der Referenzmultiplikator börsennotierter Unternehmen der jeweiligen Branche (Damodaran, EV/EBITDA). Auf diesen Referenzpunkt wirkt ein empirisch hergeleiteter DACH-Discount, der die geringere Handelbarkeit und Größe mittelständischer Unternehmen abbildet. So entsteht die branchenspezifische Ausgangsbandbreite, die anschließend mit der Größenklasse des Unternehmens skaliert wird.
Drei Qualitätshebel verschieben die Position innerhalb der Bandbreite:
- der EBITDA-Trend, also Richtung und Stetigkeit der Ertragsentwicklung,
- die Inhaberabhängigkeit, also wie stark Geschäft und Kundenbeziehungen an der Person des Inhabers hängen,
- der Anteil wiederkehrender Umsätze, der die Planbarkeit künftiger Erträge trägt.
Ein Multiplikator ist ein Faktor, kein Punktwert. Er führt zu einem Unternehmenswert und damit zu einer indikativen Spanne. Was zwei Parteien in einer Transaktion später aushandeln, der erzielbare Verkaufspreis, ist davon zu trennen: Dieser hängt von Verhandlungsposition, Käuferkreis und geprüften Zahlen ab, die eine indikative Bewertung nicht vorwegnimmt.
Verwandte Begriffe
- Unternehmenswert
- Eigenkapitalwert
- EBITDA
- Umsatz-Multiplikator
- Nettoverschuldung
Quellen
- Damodaran, europäische Sektormultiplikatoren (EV/EBITDA) · NYU Stern